Der orthopädische Chirurg aus Kansas, USA

Ein Erfahrungsbericht zum Romance Scammer Robert Michael Hanz von Marianne

Anfang März erhielt ich zu einigen meiner geposteten Fotos bei Instagram sieben Likes. Sie kamen von einem gut aussehenden, attraktiven, zu mir passenden sportlichen Mann, versehen mit kurzen netten Kommentaren.

Meine Instagram-Fotos zeigen meine Schwester und mich während diverser Reisen wie

  • Kreuzfahrten
  • Dubai
  • Schweiz
  • Mittelmeer

sowie bei sportlichen Betätigungen beim Hamburger SV.

Weil ich erst seit dem letzten Sommer bei Instagram aktiv war, hatte ich noch keine eingehenden Erfahrungen. Ich reagierte also auf einen der Kommentare sehr freundlich.

Jener Herr hatte 2 Fotos in seinem Account. Nach einer Woche war dessen Instagram-Seite verschwunden. Allerdings bat er mich auf meiner Seite um meine E-Mail-Adresse. Er erhielt sie von mir.

Ab dem 14. März verschoben wir unsere Dialoge auf What’s App, was ja auch einfacher ist.

So erfuhr ich auch mehr von ihm: Ein orthopädischer Chirurg aus Kansas.

Erfahrungsberichte mit Romantikbetrug - Der orthopädische Chirurg aus Kansas

Romantikbetrüger schicken Bilder, um zu beweisen, dass sie real sind. Dummerweise ist es im Internet jedoch extrem einfach, Bilder zu stehlen, die dann auch prompt von den Betrügern genutzt werden.

Er schickte mir Fotos, die ihn

  • im Sportstudio,
  • daheim nach getaner, schwerer Arbeit
  • und im Schnee (wir sprachen über Wintersport in Canada)

zeigten.

Ich schickte ihm ein Foto von mir im Schnee sowie zwei Selfies. Wenn ich mir heute seine Fotos ansehe, erkenne ich, dass fast alle eine Fotomontage sind. Damals sah ich diesem attraktiven Mann nur in die Augen.

Dann erhielt ich diverse Songs zugespielt. Am liebsten mochte ich „Perfect” von Ed Sheeran. Er traf meinen Nerv. Bei einigen deutschen, kitschigen Liedern protestierte ich allerdings heftig.

Die Kommunikation war sehr gut, denn er hatte eine hervorragende Software zum Übersetzen vom Englischen ins Deutsche. Außerdem ist er angeblich in Dortmund geboren und sein Vater sei Deutscher.

Die geheime Mission nach Kabul, Afghanistan

Kurze Zeit später musste er im Rahmen einer geheimen Mission zunächst nach New York reisen. Dort arbeitete er zwei Tage lang für die WHO. Unsere Dialoge über die politische Lage waren perfekt, wobei er sich in diesen Diskussionen besonders gut auf Deutsch ausdrückte.

Plötzlich erhielt ich ein Foto von ihm, auf dem er traurig aus dem Fenster eines Flugzeugs schaute. Erst später schrieb er mir, wohin er geflogen wurde. Nach Kabul in Afghanistan.

Dort arbeitete er für die WHO in einem Krankenhaus, man brauchte ihn dort. Erstaunlicherweise hatte er tagsüber und vor allem am Abend sehr viel Zeit, um mit mir zu kommunizieren – und das in einem Kriegsgebiet mit vielen Verwundeten.

Er war über die Geschehnisse in der Welt bestens informiert und schickte mal sehr ernste, mal fröhliche Bilder. Ich versuchte immer wieder, ihn zu verunsichern. Ich fragte ihn, ob im Hintergrund seiner Fotos Kabul zu sehen sei, ob er ein nettes Team habe, zu wem er Kontakt habe und was er tagsüber erlebe.

Betrüger geben sich als Ärzte im Auslandseinsatz aus

Angebliche Ärzte, die im Ausland stationiert sind und plötzlich aufgrund einer Notlage Geld benötigen, sind in den meisten Fällen Betrüger. Sprechen Sie im Zweifel mit einem unserer Spezialisten.

Meistens erhielt ich darauf keine Antwort. Das Team besteht vorwiegend aus afghanischen Angestellten und er hat ja ärztliche Schweigepflicht.

Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits über Romance Scamming informiert, hatte über diverse Schicksale gelesen und wusste, dass mir das nicht passieren würde. Ich wartete auf einen Fehler von ihm.

Manchmal provozierte ich ihn auch. Ich fragte ihn, warum die USA ihn nicht aus diesem Kriegsgebiet herausholen, wo er doch gerade in Zeiten der Corona-Pandemie in seiner Heimat dringend gebraucht würde. Aber er müsse bleiben, bis wir endlich zusammen sein könnten.

Ich schrieb ihm immer wieder, dass wir uns ja in Key West in Florida treffen könnten. Manchmal schrieb er von einem Besuch in Deutschland. Darauf ging ich nicht ein.

Scamming in Zeiten von Corona

Er hatte das große Pech, dass zu diesem Zeitpunkt die Corona-Pandemie begann und es weltweit keine Flugverbindungen gab. Er konnte seine Geschichte daher nicht weiter aufbauen. Aber wir konnten ja noch träumen.

An einem Abend erhielt ich hintereinander zwei Selfies von ihm, einmal mit dunklen und einmal mit ergrauten, kurzen Haaren. Er reagierte aggressiv, denn er würde sich auch mal die Haare färben – und das in Kabul? Dabei stammten die Fotos aus verschiedenen Jahren.

Ich sagte immer meine Meinung zu seinen emotionalen Ausbrüchen. Danach tat es ihm immer leid, er tröstete mich und die Welt war wieder in Ordnung.

Wir sprachen viel über die aktuelle Situation in der Welt. Ich hatte den Eindruck, dass er nicht dumm ist. Wir hatten auch viele lustige Momente, in denen wir einfach nur Spaß hatten. Morgens schaltete ich als Erstes mein Smartphone an, um zu sehen, ob er mich bereits begrüßt und nach meiner Nachtruhe gefragt hatte.

Ich war emotional – ich gebe es zu – ziemlich abhängig von diesen Dialogen, aber ich wusste gleichzeitig, dass sie nicht echt waren. Oft war ich nervös und fühlte mich gar nicht mehr gut. Er stellte einfach keine Geldfragen.

Die Sprachnachricht passte nicht zum Bild

Ich wollte wissen, wer er ist, und wagte den nächsten Schritt. Ich begrüßte ihn morgens mit einer Voice-Nachricht. So etwas hatte ich noch nie zuvor getan.

Er antwortete ganz kurz. Ich fand es gruselig! Ich schrieb ihm, dass er eine sehr junge und weiche Stimme habe, aber ohne jeglichen amerikanischen Akzent. So war es wirklich.

Seine Argumentation: Seine Patienten lieben diese weiche Stimme. Auf seine nicht vorhandene typische amerikanische Aussprache ging er nicht ein. Außerdem machte er einen erheblichen grammatischen Fehler.

Anstrengend war bei den Dialogen oftmals, dass er meinen Text mit neuen Informationen unterbrach, um dann bloß nicht auf meine Fragen oder Probleme einzugehen. Selbst als ich medizinische Ausdrücke einwarf, ging er nicht darauf ein.

Betrüger manipulieren Bilder , damit diese zu den ausgedachten Geschichten passen.

Betrüger verfälschen Bilder, indem sie den Kopf einer Person auf den Körper einer anderen kopieren. Achten Sie auf die Belichtung, denn so können Sie selbst bei besseren Fälschungen wie dieser den Betrug erkennen.

Als ich ihn wiederholt fragte, ob seine Identität echt sei, wurde er aggressiv und traurig. Er warf mir vor, dass ich nichts für ihn empfinde, und war zutiefst beleidigt. Kurze Zeit später war ich dann wieder sein Schatz, weil er mir weismachen wollte, er sei der Arzt aus Kansas, der jetzt in Kabul arbeitet.

Aufgrund seiner Stimme und seines Verhaltens blockierte ich den Account und schrieb eine E-Mail, in der ich ihm noch einmal verdeutlichte, dass ich ihm nicht glaube und er ein Betrüger sei, der sicherlich irgendwo in Afrika sitzt.

Die Antwort kam prompt: Erst ein hässlicher Brief, in dem stand, dass ich ihn so erbärmlich zerstört hätte. Dann wieder mit liebenden Worten und dem Schluss-Satz: Wenn er Kabul verlässt, wird er mich anrufen und dann werde ich wohl meine Fehler erkennen und ihn vermissen. Aber dann hätte ich alles verspielt.

Er schickte mir ein letztes Foto: in einem Arzt-Outfit.

Er hatte sich für seinen Betrugsversuch den denkbar ungünstigsten Zeitpunkt ausgesucht: Das Virus machte ihm einen Strich durch die Rechnung, weil er nun seine Standardgeschichte nicht mehr abspulen konnte, sondern in der Corona-Falle saß.

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Im Zweifel sprechen Sie mit unseren Experten. Wir überprüfen die Person ganz diskret und preiswert für Sie.

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